Konzertierte Strategie für unsere Stadt

HISTORIC CITY LAB EUROPE

Wie kann eine historisch gewachsene europäische Stadt ihre Gebäude und Quartiere klimafreundlich, energieeffizient und sozial verträglich transformieren, ohne ihre kulturelle Identität zu verlieren? Daraus könnte langfristig ein europäisches Netz betroffener und initiativer Kommunen werden.

Die Idee: Bamberg als Modellstadt für die nachhaltige Transformation historischer Städte(n)
Daraus lassen sich Projektgedanken für eine Förderstrategie für Bamberg und seine Partnerstädte ableiten, mittels welcher nachhaltig wirksame  Programme zum zukunftsgerechten Erhalt des Kulturerbes systematisch beobachtet und geeignete Projekte entwickelt werden können.

Ähnliche . extrem spannende Projekte finden sich bereits unter https://www.morgenstadt.de/ einem Programm der Fraunhofer Gesellschaft u nd der United Nations

In Europa gibt es bereits eine Vielzahl solcher  „City Labs“ (Stadtlaboren) und netzwerkbasierten Initiativen, die sich gezielt der zukunftsorientierten Gestaltung, der nachhaltigen Transformation und dem Klimaschutz innerhalb historischer Stadtstrukturen widmen. Da historische Zentren besonderen Denkmalschutzauflagen unterliegen, verknüpfen diese Labore meist digitale Innovationen, Denkmalschutz und Bürgerbeteiligung.

Hier ist eine strukturierte Übersicht der wichtigsten City Labs und Plattformen in Europa, die an diesen Schnittstellen forschen und Prototypen entwickeln:

1. Institutionelle & Globale Netzwerke (Fokus Europa)

  • UNESCO World Heritage City Labs: Dies ist die zentralste Initiative für historische Städte weltweit. Unter der Anwendung des Historic Urban Landscape (HUL)-Ansatzes veranstaltet die UNESCO thematische Labore (z. B. in Städten wie Amsterdam oder Prag), die sich explizit mit der Integration von erneuerbaren Energien, Klimaanpassung und Wassermanagement in denkmalgeschützten Altstädten befassen. [1]

  • URBACT EU City Labs: Das europäische URBACT-Programm nutzt zeitlich begrenzte und thematische Stadtlabore (EU City Labs), um europäische Städte zu vernetzen. In Netzwerken wie ARCHETHICS arbeiten europäische Städte (darunter historische Zentren mit komplexer Geschichte) daran, historische Gebäude und brachliegende historische Räume mittels Bürgerbeteiligung in moderne, multifunktionale Gemeinschaftsknotenpunkte umzuwandeln.

  • UNIC CityLabs (European University of Post-Industrial Cities): Ein Verbund europäischer Universitäten, der physische und virtuelle Co-Working-Labore in verschiedenen europäischen Städten betreibt. Ein Kernbereich dieser Labore ist die Erforschung von Resilienzstrategien für historische und postindustrielle Stadtkerne, insbesondere im Bereich des kulturellen Erbes (Cultural Heritage) und des grünen Wandels. [1]

2. Angewandte städtische Innovationslabore (Morgenstadt-Netzwerk)

Die Fraunhofer-Initiative Morgenstadt analysiert im Rahmen von zeitlich begrenzten City Labs bestehende Stadtstrukturen europäischer Metropolen, um ganzheitliche Nachhaltigkeits- und Transformations-Roadmaps zu entwickeln: [1]

  • City Lab Lisbon: Lissabon hat mit diesem Lab gezielt die Herausforderungen seiner historischen Altstadtkerne untersucht. Schwerpunkte liegen auf der Modernisierung des historischen Gebäudebestands, emissionsfreier Mobilität in engen Gassen und der Integration von sauberer Energie in die alte Bausubstanz. [1]

  • City Lab Prague: Prag nutzte das Format, um historische Viertel fit für die digitale Zukunft und den Klimawandel zu machen. Hierbei wurden Datenmodelle genutzt, um Verkehrsströme zu lenken und historische Plätze vor Überhitzung (Hitzeinseln) zu schützen.

3. Lokale, technologieorientierte Stadtlabore in Deutschland

  • CityLAB Berlin: Das Berliner Innovationslabor kombiniert Denkmalschutz-Herausforderungen mit smarter Technologie. Es entwickelt Prototypen und digitale Anwendungen für eine lebenswertere Stadtentwicklung, die auch auf die Transformation und Anpassung gewachsener, historischer Kiez-Strukturen angewendet werden (z. B. durch das mobile Kiezlabor).

  • City Science Lab (CSL) Hamburg: In Kooperation mit dem MIT nutzt dieses Labor digitale Stadtmodelle (Digital Twins). Diese Werkzeuge werden verwendet, um die Transformation komplexer, teils historischer Stadtgebiete (wie im Umfeld der HafenCity oder der Altstadt) digital zu simulieren, bevor bauliche Eingriffe stattfinden. [1, 2, 3]

4. Partizipative Stadtlabore (Museums- & Bürgeransatz)

  • Historisches Museum Frankfurt City Lab: Ein besonderer, rein partizipativer Ansatz. Das Museum stellt über 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche als Labor zur Verfügung, in dem Bürgergemeinschaften, Historiker und Stadtplaner gemeinsam an Ausstellungen und Konzepten zur sozialen und baulichen Transformation der Frankfurter Stadtstruktur arbeiten. [1]